Über die Postleitzahl 23560
Die Postleitzahl 23560 erstreckt sich über den Süden Lübecks bis an die Grenze zum Kreis Herzogtum Lauenburg. Sie umfasst große Teile des Stadtteils St. Jürgen – darunter Niederbüssau, Oberbüssau, Wulfsdorf und einen Abschnitt von Krummesse – sowie den Stadtteil Moisling mit Niendorf/Moorgarten und Alt-Moisling/Genin.
Moisling ist seit 1265 als Besitz derer von Moislingen bezeugt, kam 1376 an einen Lübecker Ratsherrn und blieb bis 1802 in wechselndem Lübecker Privatbesitz, ehe die Stadt es zurückkaufte. Ab 1656 siedelte der damalige Gutsherr hier jüdische Flüchtlinge an, die nach dem Chmelnyzkyj-Aufstand aus Polen gekommen waren und in Lübeck selbst kein Aufenthaltsrecht erhielten; 1720 erhielten sie feste jüdische Gerechtigkeiten, und ab 1727 stand hier die erste Synagoge auf heutigem Lübecker Gebiet. Der jüdische Friedhof in Moisling, auf dem auch Angehörige der Rabbinerfamilie Carlebach ruhen, besteht bis heute.
Der Ortsteil Genin wurde schon 1149 dem Bistum Lübeck geschenkt und erst 1326 endgültig von Holstein gelöst. Moorgarten dagegen entstand erst 1821 auf gerodeter Heidefläche und war zeitweise Sitz der berittenen Polizei. Im ebenfalls hier liegenden Vorrade wuchs Martha Frahm auf, die Mutter des späteren Bundeskanzlers Willy Brandt.
Auf 53,1 km² zählt die PLZ 23560 21.792 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 411 je Quadratkilometer. Sie grenzt unter anderem an Groß Grönau (23627) und Reinfeld (23858).