Über die Postleitzahl 39307
Die Kleinstadt Genthin bildet mit ihren Ortsteilen Tucheim, Gladau und Parchen den Schwerpunkt der Postleitzahl 39307 im Landkreis Jerichower Land, dazu kommen Anteile der Städte Jerichow und Elbe-Parey mit Karow, Kade und Hohenseeden. Die Stadt liegt am Elbe-Havel-Kanal auf halber Strecke zwischen den beiden Metropolen und wurde 1171 erstmals urkundlich genannt, blieb aber lange unbedeutend – als städtische Siedlung, ein sogenanntes Oppidum, taucht der Ort urkundlich erst 1459 auf.
Im Ortsteil Tucheim stand bereits im 10. Jahrhundert ein ottonischer Burgward; die dortige Burg wurde 1433 drei Tage lang von den Städten Magdeburg und Zerbst belagert und beschossen, ehe die Besatzung mit freiem Abzug aufgab. Die Industrialisierung Genthins begann 1808, als der Magdeburger Kaufmann Pieschel im heutigen Ortsteil Hagen eine Fabrik zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte gründete und dazu einen Park anlegen ließ, den der bekannte Landschaftsgärtner Peter Joseph Lenné mitgestaltete. Am 22. Dezember 1939 ereignete sich am Genthiner Bahnhof mit 278 Toten das bis heute schwerste Eisenbahnunglück Deutschlands. Die evangelische Stadtkirche St. Trinitatis entstand von 1707 bis 1722 als barocke Hallenkirche anstelle eines romanischen Vorgängerbaus.
Auf 311,4 km² zählt die PLZ 39307 15.268 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt eine Dichte von 49 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Bahnhof Genthin liegt an der Strecke Berlin–Magdeburg und wird im Stundentakt von Regional-Express-Zügen bedient; die Nachbar-PLZ reicht im Norden bis nach Jerichow und im Westen bis Elbe-Parey.