Über die Postleitzahl 77787
Nordrach zieht sich über nahezu sechs Kilometer entlang des gleichnamigen Flüsschens im Schwarzwald und bildet, zusammen mit Weilern wie Allmend, Bäumlesberg oder Hintertal, fast die gesamte Postleitzahl 77787 im Ortenaukreis. Erstmals 1139 als Norderaha – „nördliches Wasser“ – urkundlich erwähnt, gehörte der hintere Teil des Tals einst zum Kloster Gengenbach, der übrige zur Reichsstadt Zell, bis Nordrach 1803 abgetrennt wurde.
Als staatlich anerkannter Luftkurort behandelte Nordrach ab 1891 in mehreren Sanatorien Lungenkranke und zählte bis 1975 vier Tuberkulose-Kliniken. In der von Otto Walther und Hope Adams – der ersten approbierten Ärztin im Kaiserreich – gegründeten Volksheilstätte wurden auch Clara Zetkin und August Bebel behandelt. Die orthodox-jüdische Rothschild-Klinik mit eigener Synagoge wurde 1942 aufgelöst, ihre letzten Angestellten und Patientinnen deportiert; ein kleiner jüdischer Friedhof besteht bis heute. Das Nordracher Puppenmuseum mit rund 1500 Puppen und Teddys zählt zu den meistbesuchten Museen des Ortenaukreises. Wirtschaftlich prägen zwei Rehabilitationskliniken, mehrere Sägewerke und Maschinenbau, darunter die Maschinenfabrik Erwin Junker als Kernunternehmen der Junker Gruppe, den Ort.
Auf 37,6 km² leben in der Postleitzahl 77787 1.755 Menschen, das sind 47 je Quadratkilometer. Nachbar ist unter anderem Oberharmersbach, mit dem Nordrach die Geschichte des ehemaligen Reichstals Harmersbach teilt.