Über die Postleitzahl 78262
Am Hochrhein, direkt an der Schweizer Grenze zu den Kantonen Schaffhausen und Thurgau, liegt die Gemeinde Gailingen am Hochrhein, die fast die gesamte gleichnamige Postleitzahl 78262 bildet – mit dem Ortsteil Obergailingen als einzigem weiteren Weiler. Der Name soll auf einen alemannischen Sippenführer namens Gailo zurückgehen, urkundlich erwähnt wird der Ort erstmals 965.
Jahrhundertelang prägte ein hoher jüdischer Bevölkerungsanteil das Gemeindeleben: Ab 1657 durften sich Juden ansiedeln, 1862 stellten sie mit 990 gegenüber 982 christlichen Einwohnern die Hälfte der Bevölkerung, und Gailingen war von 1827 bis 1925 Sitz eines Bezirksrabbinats. Von 1870 bis 1884 amtierte mit Leopold Guggenheim ein jüdischer Bürgermeister. Die 1830 eingeweihte Synagoge wurde am 10. November 1938 gesprengt, 1940 wurden Gailinger Juden nach Gurs deportiert; der jüdische Friedhof aus dem 18. Jahrhundert ist bis heute erhalten, ebenso die kleine, dem heiligen Nikolaus geweihte Kapelle in Obergailingen, deren Ursprünge ins 12. Jahrhundert zurückreichen. An den Südhängen wird bis heute Wein angebaut, seit 1977 ist Gailingen staatlich anerkannter Erholungsort; seit 1950 bestehen zudem die Schmieder-Kliniken als neurologisches Rehabilitationszentrum.
Auf 13,1 km² zählt die Postleitzahl 78262 2.891 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 220 je Quadratkilometer. Am Rheinufer verlaufen die Eurovelo-Routen 6 und 15, einzige Nachbargemeinde auf deutscher Seite ist Gottmadingen mit dem Ortsteil Randegg.