Über die Postleitzahl 82223
Eichenau im Landkreis Fürstenfeldbruck ist eine vergleichsweise junge Siedlung: Sie entstand ab 1863 im Starzeltal westlich von München, wuchs mit dem 1896 eröffneten Bahn-Haltepunkt Roggenstein und erhielt ihren Namen erst 1907 von Prinzregent Luitpold, als die Siedlung kaum mehr als ein paar Dutzend Bewohner zählte. Die Postleitzahl 82223 reicht auch in kleine Teile der Nachbargemeinden Emmering und Alling hinein.
Ab 1912 kaufte der Münchner Immobilienhändler Hieronymus Russ die feuchten Wiesen des Allinger Mooses auf und legte eine Heimgartensiedlung an. Prägender war die 1918 gegründete Baugenossenschaft Eichenau und Umgebung, an der neben zwei Behördenvertretern auch der jüdische Direktor Julius Einhorn beteiligt war; sie wurde mit ihrem umfangreichen Grundbesitz zur bestimmenden Kraft der Ortsentwicklung. 1925 eskalierten die Spannungen mit der bis dahin zuständigen Gemeinde Alling, denn im Gemeinderat setzten die Eichenauer Vertreter durch, den Verwaltungssitz in ihren Ort zu holen.
Von 1918 bis 1958 war der Anbau von Pfefferminze wirtschaftlich bedeutend, woran heute Deutschlands einziges Pfefferminzmuseum erinnert. Von 1972 bis 2017 unterhielt der Handelskonzern ALDI Süd in Eichenau sein erstes großes Verteilungslager.
Auf 7,4 km² zählt die PLZ 82223 11.745 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 1.586 je Quadratkilometer. Der S-Bahnhof Eichenau an der Strecke München–Buchloe wird von der Linie S4 bedient.