Über die Postleitzahl 86399
Rund zwölf Kilometer südlich von Augsburg, wo Singold und Wertach nahe beieinanderfließen, liegt die Stadt Bobingen, die den weit überwiegenden Teil der Postleitzahl 86399 bildet. Sein Name leitet sich von einem frühen alemannischen Siedler namens Pobo ab, der hier um das Jahr 506 gesessen haben soll; um 993 lautete die Bezeichnung „Pobinga“, urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals um 933. Nach Jahrhunderten als Pflegamt des Hochstifts Augsburg kam Bobingen 1803 zu Bayern, 1953 erfolgte die Markterhebung, 1969 die Stadtrechte. Zum heutigen Stadtgebiet gehören sechs Gemeindeteile, von denen die meisten – Burgwalden, Kreuzanger, Reinhartshausen, Straßberg und Waldberg – erst mit der Gebietsreform der 1970er Jahre eingemeindet wurden; Königsbrunn dagegen wurde bereits 1841 aus Bobingen ausgegliedert und eigenständig.
Wirtschaftlich prägte ab 1899 eine Kunstseidefabrik den Ort, aus der später eine Polyesterfaser-Produktion der Hoechst AG hervorging; seit 1998 firmiert der Standort als Industriepark Werk Bobingen. In den Jahren 1938/39 entstand südwestlich des Stadtgebiets zudem eine Sprengstofffabrik, die gegen Kriegsende einen Großteil des von der Wehrmacht verwendeten Hexogens produzierte. Zum historischen Ortsbild zählen mehrere kleine Schlösschen sowie ein Meilenstein der römischen Fernstraße, die einst durch die Gegend führte; seit 2023 erinnern zudem zwei Stolperschwellen an Opfer des Nationalsozialismus.
Auf 50,2 km² leben 17.756 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 354 je km². Nachbarorte sind unter anderem Königsbrunn, Diedorf, Wehringen und mehrere Augsburger Stadtteile.