Über die Postleitzahl 93199
Zell, bis 1983 amtlich Unterzell, liegt im Naturpark Oberer Bayerischer Wald zwischen Regensburg, Schwandorf, Cham und Straubing und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Wald. Der Ortsname geht auf eine klösterliche Gründung zurück; bei der Teilung des Herzogtums Bayern entstand aus dem einstigen Zell ein bayerisches Unterzell und ein pfälzisches Oberzell, dessen Bewohner während der Reformation zeitweise protestantisch wurden. Die Postleitzahl deckt die Gemeinde fast vollständig ab, mit Ortsteilen wie Hetzenbach, Martinsneukirchen und Schillertswiesen.
Martinsneukirchen wird 1326 als Pfarrei erstmals erwähnt und lag an einem historischen Heerweg zwischen Roding und Wörth an der Donau, bis 1429 Hussiten unter dem Burggrafen von Prachatitz einen Großteil des Dorfes zerstörten. Schillertswiesen geht auf eine Schenkung des Markgrafen Diepold III. von 1118 an das Kloster Reichenbach zurück. Im Ortsteil Hetzenbach steht die Wallfahrtskirche St. Leonhard, 1762 bis 1764 im Rokokostil auf einem Granitfelsen erbaut; zu Pfingsten findet dort seit alter Wallfahrtstradition ein bekannter Standmarkt statt. Nahe der Gemeinde liegt zudem die Burgruine Lobenstein aus dem 14. Jahrhundert.
Auf 32,8 km² zählt die Gemeinde 1.795 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 55 je Quadratkilometer; deutlich mehr Menschen pendeln zur Arbeit aus als ein. Der Goldsteig-Wanderweg führt durch den Ort; Nachbarn sind Falkenstein, Brennberg, Wald, Walderbach und Roding.