Über die Postleitzahl 94538
Fürstenstein ist Gemeinde und Dorf zugleich, im Landkreis Passau gelegen, und gibt zusammen mit Saldenburg und Englburg dem Dreiburgenland im Bayerischen Wald seinen Namen. Der Ort gehörte einst den Grafen de la Perusa und bildete um Schloss Fürstenstein eine geschlossene Hofmark, ehe 1818 die politische Gemeinde entstand. Die Burg selbst ließ Herzog Albrecht I. von Bayern zwischen 1347 und 1365 errichten, erstmals urkundlich erwähnt 1365; nach einem Brand 1848 verfiel sie zur Ruine, bevor sie 1860 der Passauer Bischof Heinrich von Hofstätter erwarb.
Als Anfang der 1870er Jahre die Donaubrücke bei Vilshofen entstand, begann zugleich die Erschließung des reichen Granitvorkommens der Gegend: In den Jahrzehnten danach entstanden zahlreiche Steinbrüche und zehn Granitwerke für Pflastersteine, und die Bahnstrecke nach Kalteneck brachte der Branche ab 1913 eine neue Blütezeit. Ein dunkles Kapitel markiert der April 1945, als am Bahnhof des Ortsteils Nammering ein Evakuierungszug aus dem KZ Buchenwald mit über 4000 Häftlingen eintraf; Hunderte von ihnen starben an Entkräftung und Misshandlung, ein Mahnmal erinnert seit 1984 daran.
Ab 1958 siedelte sich im Ortsteil Oberpolling ein Kondensatorenwerk an, dessen Belegschaft zu Beginn der 1980er Jahre auf über elfhundert anwuchs. Am Naturidyll Kollnbergmühle dreht sich bis heute ein historisches Wasserrad an einem der ältesten Mühlweiher des Bayerischen Waldes.
3.424 Einwohnerinnen und Einwohner leben auf 19,3 km², das entspricht 177 je Quadratkilometer.