Über die Postleitzahl 01612
Am östlichen Elbufer, zwischen Riesa, Großenhain und Meißen, liegt die Gemeinde Nünchritz, die zusammen mit der benachbarten Gemeinde Glaubitz die Postleitzahl 01612 bildet. Nünchritz selbst wurde 1312 als „Nucharicz“ – die Leute des Slawen Nemochor – erstmals erwähnt, doch ältester Gemeindeteil ist Seußlitz, schon 1205 als Standort einer Burg genannt. Markgraf Heinrich der Erlauchte baute sie zur Jagdresidenz um und übergab den Besitz 1268 samt 17 zugehörigen Dörfern einem Klarissenorden zur Gründung eines Nonnenklosters; erst später, nach der Zeit der Kirchenreformation, wurde daraus ein Wohnschloss, das Heinrich von Bünau 1722 erwarb und im Barockstil nach Entwürfen von George Bähr umbauen ließ. Seit 1900 prägt zudem ein heute zur Wacker Chemie AG gehörendes Chemiewerk den Ort und gilt als größter Chemiearbeitgeber Sachsens.
Glaubitz, dessen Name vom slawischen „glubka“ für kleinen Tiefenort abgeleitet ist, wurde 1271 als „Glubozk“ erstmals genannt; eine Wasserburg gehörte damals dem Ritter Berthold von Glaubitz. Zur Gemeinde zählen auch die Ortsteile Marksiedlitz, bereits 1233 als 24 Hufen großer Besitz des Klosters Riesa erwähnt, und Radewitz, seit 1378 bezeugt. Oberhalb von Glaubitz steht eine 1740 errichtete Turmholländermühle, die bis zum Ersten Weltkrieg Korn mahlte und heute als Wohnhaus dient.
Auf 45,3 km² zählt die Postleitzahl 01612 7.332 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 162 je Quadratkilometer. Sie grenzt unter anderem an 01558 und 01561, beide Großenhain zugehörig.