Über die Postleitzahl 04519
Rund zehn Kilometer nördlich von Leipzig liegt die Gemeinde Rackwitz im Landkreis Nordsachsen, deren Name vom sorbischen Wort rak für „Krebs“ stammt und sich auch im Gemeindewappen wiederfindet. Zu Rackwitz gehören die Ortsteile Zschortau, Kreuma, Brodenaundorf und Podelwitz, deren ältester Teil, Podelwitz, bereits um 1250 erstmals erwähnt wurde.
In der Kirche von Zschortau steht die einzige erhaltene Orgel des Leipziger „Universitäts-Orgelmachers“ Johann Scheibe, die 1746 von Johann Sebastian Bach persönlich geprüft wurde – ein Zeugnis der überregionalen Bedeutung des sonst eher ländlich geprägten Orts. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wüteten in Rackwitz Pest und Hungersnot, im Dreißigjährigen Krieg wurde die Gegend schwer geplündert. Am 21. Juni 1871 ereignete sich bei Rackwitz ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Personenzug und einer Lokomotive, der zahlreiche Todesopfer und Verletzte forderte. Seit 1925 prägte ein Leichtmetallwerk den Ort industriell mit, das in der DDR als einzige Aluminium-Aufbereitungsanlage des Landes betrieben wurde.
Unweit der Gemeinde liegen der Schladitzer See und der Werbeliner See, beide aus gefluteten Tagebaurestlöchern entstanden und heute zur Naherholung genutzt. Auf 35,7 km² leben 5.418 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht einer Dichte von 152 je Quadratkilometer. Nachbarn sind Leipzig, Schkeuditz und Delitzsch.