Über die Postleitzahl 29459
Im Namen Clenze steckt ein slawisches Wort für einen Engpass, einen Hohlweg oder ein schmales Tal; überliefert sind unter anderem die Formen Klinizua von 956 und Claniki von 1004. Auch die St.-Bartholomäus-Kirche erinnert an die slawische Vergangenheit, denn ihr Hügel ist der Rest eines Burgwalls, auf dem sie errichtet wurde.
Der niedersächsische Flecken gehört zur Samtgemeinde Lüchow (Wendland) und liegt im südlichen Teil des Kreises Lüchow-Dannenberg; bis zur Kreisstadt sind es etwa 16 Kilometer. Die Landschaft heißt Clenzer Schweiz und markiert den Übergang vom Hohen zum Niederen Drawehn. Westlich beginnt der Landkreis Uelzen, im Südosten der sachsen-anhaltische Altmarkkreis Salzwedel. Die Postleitzahl 29459 deckt Clenze nahezu vollständig ab, mit Ortsteilen wie Corvin, Gistenbeck, Meußließen, Reddereitz, Prießeck, Bussau und Sachau, die meisten seit dem 1. Juli 1972 eingemeindet. Gistenbeck und Groß Sachau sind Rundlingsdörfer, in Corvin besitzt die Familie von dem Knesebeck ein Rittergut.
Ein Stück Zeitgeschichte steht bei Starrel, etwa vier Kilometer südwestlich des Kernorts: Die Deutsche Bundespost baute dort Anfang der 1970er Jahre die Funkübertragungsstelle Clenze 1. Von 1974 bis 1994 liefen über sie Telefongespräche zwischen West-Berlin und dem Bundesgebiet, per Richtfunk über den Horizont hinweg bis nach Berlin-Frohnau, 164 Kilometer entfernt. Später übernahmen wirtschaftlichere Verfahren diese Aufgabe, und der Turm dient seither dem Mobilfunk. Bei Reddereitz liegen zwei Großsteingräber und ein Findlingspark, bei Gistenbeck und Dalitz das Naturschutzgebiet Gain. Aus Prießeck kommt die Band Madsen.
Die 2.150 Einwohnerinnen und Einwohner leben auf 72,0 km², das ergibt 30 je Quadratkilometer. Die Bundesstraßen 493 und 71 führen nach Uelzen; Nachbarorte sind unter anderem Schnega, Waddeweitz, Luckau, Rosche und Salzwedel. Die Vorwahl lautet 05844, das Kennzeichen DAN.