Über die Postleitzahl 38468
Ehra-Lessien im Landkreis Gifhorn gehört zur Samtgemeinde Brome und setzt sich aus den zwei Kilometer voneinander entfernten Ortsteilen Ehra und Lessien zusammen. Beide Dörfer wurden 1929 zu einer Gemeinde zusammengelegt, obwohl sich die Bewohner von Lessien dagegen sträubten; der überwiegende Teil der Gemeindefläche ist bis heute von Wald bedeckt.
Beide Orte gehen auf wendische Rundlingsgründungen zurück; Ehra wurde 1309 erstmals als „Ere“ genannt. Das Gebiet lag lange als Exklave in der Mark Brandenburg und kam erst 1692 durch einen Gebietstausch zum Fürstentum Lüneburg. Am 3. August 1940 traf Ehra als eines der ersten zivilen Ziele im Zweiten Weltkrieg ein britischer Bombenabwurf, dem vier Menschen zum Opfer fielen. Nördlich von Lessien richtete die Wehrmacht 1938 einen großen Truppenübungsplatz ein, der bis 2013 militärisch genutzt wurde; seit 2015 dienen die früheren Unterkunftsgebäude dort zeitweise der Unterbringung von Geflüchteten. Als Wahrzeichen gilt der Bickelstein, ein mehrere Meter langer, aus der Eiszeit stammender Findling mitten in der nach ihm benannten Bickelsteiner Heide. Nördlich von Ehra unterhält Volkswagen zudem ein weitläufiges Testgelände mit einer 21 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke, auf der ein Bugatti Veyron einst als schnellstes Serienfahrzeug der Welt galt.
Auf 56,0 km² leben 1.924 Menschen, das sind 34 je Quadratkilometer.
Über die Bundesstraße 248 ist Ehra-Lessien mit Wolfsburg und Salzwedel verbunden; Nachbarorte sind unter anderem Brome, Tülau und Barwedel.