Über die Postleitzahl 56249
In der sogenannten Dierdorfer Senke, einer Mulde im unteren Westerwald, liegt die Ortsgemeinde Herschbach, die fast diese gesamte Postleitzahl bildet. Ein Fund eines schnurverzierten westdeutschen Bechers, dessen Nachbildung im Landschaftsmuseum Westerwald in Hachenburg zu sehen ist, weist auf menschliches Leben in der Gegend vor rund 4000 Jahren hin. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Siershahn–Altenkirchen 1884 begann der planmäßige Abbau von hochwertigem Süßwasserquarzit, organisiert ab 1900 über die Kleinbahn Selters–Hachenburg mit Sitz in Herschbach.
Der Quarzitboom, der Herschbach seine „goldenen Jahre“ bescherte, endete in den 1950er Jahren, als die abnehmende Mächtigkeit der Gesteinsbänke einen lohnenden Abbau unmöglich machte. Wo einst die Wasserburg Arx Hergispach stand, die zuletzt als nassauische Oberförsterei gedient hatte und im 19. Jahrhundert abgerissen wurde, entstand später das Kloster Marienheim. In der Gemarkung liegen zudem drei Naturschutzgebiete und ein ausgedehnter Gemeindewald, unweit der Westerwälder Seenplatte, aus der der durch Herschbach fließende Holzbach entspringt.
2.842 Einwohnerinnen und Einwohner leben auf 15,7 km², das entspricht 181 je Quadratkilometer. Nahe der B 8 entstand ein militärisches Bunkerareal, das nach kurzer Nutzung aufgegeben wurde und dessen Bunker heute vermietet werden. Nachbarn der Postleitzahl sind Selters im Westen und Freilingen sowie Freirachdorf im Süden.