Über die Postleitzahl 63589
Am nördlichen Rand des Spessarts, durch das Kinzigtal von Gelnhausen getrennt, liegt die Gemeinde Linsengericht mit ihren fünf Ortsteilen Altenhaßlau, Großenhausen, Geislitz, Lützelhausen und Eidengesäß. Fast die gesamte Fläche der Postleitzahl entfällt auf diese Gemeinde, mit Großenhausen als flächengrößtem Ortsteil.
Der ungewöhnliche Gemeindename geht nicht auf die Speise zurück, sondern auf ein historisches Gericht: Bereits 1240 ist das „Gericht zu Altenhaßlau“ urkundlich belegt, das als freies Gericht galt und dessen Bewohner der Überlieferung nach bei der Rechtsprechung um keiner Linse Wert vom Recht abwichen – auch der Anbau von Linsen in den Gemarkungen, worauf Flurnamen wie Linsenacker oder Linsenrain hindeuten, wird als Erklärung genannt. Der Ringwall Hainkeller bei Großenhausen weist zudem auf eine Besiedlung schon im 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus hin. Zur heutigen Gemeinde schlossen sich die fünf Orte erst 1970 zusammen; ein Vorschlag, sie „Birkenhain“ zu nennen, wurde zugunsten des geschichtlich passenderen Namens Linsengericht verworfen. Im Ortsteil Altenhaßlau dokumentiert ein 1994 eröffnetes Heimatmuseum in der Zehntscheune die Geschichte der Region.
Die Postleitzahl zählt auf 29,7 km² 9.552 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt eine Dichte von 321 je km². Über den nördlich von Altenhaßlau gelegenen Bahnhof Gelnhausen und die Anschlussstelle Gelnhausen-West der A66 ist die Gemeinde angebunden.