Über die Postleitzahl 65399
Nur zwei Kilometer nördlich von Eltville am Rhein liegt die Weinbaugemeinde Kiedrich, deren Gemarkung von dessen Stadtgebiet fast vollständig umschlossen wird. Anders als fast alle Nachbargemeinden blieb Kiedrich bei der hessischen Gebietsreform der 1970er Jahre eigenständig, diese Postleitzahl deckt daher fast ausschließlich die Gemeinde selbst ab, nur ein winziger Rand reicht nach Eltville hinein.
Erstmals erwähnt wird der Ort in einer undatierten Urkunde des Mainzer Erzbischofs Friedrich, der zwischen 937 und 954 amtierte; der Weinbau ist bereits seit 1131 belegt. Wegen seiner gotischen Kirchen aus mehreren Bauphasen gilt Kiedrich als „Schatzkästlein der Gotik“: Die 1493 vollendete Pfarrkirche St. Valentinus beherbergt mit ihrer um 1500 gebauten, rund 960-pfeifigen Orgel die älteste noch spielbare Kirchenorgel Deutschlands, und seit 1333 singt der Kiedricher Chor dort den nur hier erhaltenen, lateinischen Mainzer Choral in Hufnagelnotation. Während der NS-Zeit erwarb sich die Gemeinde wegen ungewöhnlich vieler Gegenstimmen bei der Volksabstimmung von 1938 den Ruf eines „Nein-Dorfs“.
Mit Lagen wie Gräfenberg oder Klosterberg zählt der Ort zu den Spitzenweinbaugemeinden im Rheingau. Auf 12,3 km² leben 3.831 Menschen, das ergibt eine Dichte von 311 Einwohnern je Quadratkilometer.