Über die Postleitzahl 69239
Am Neckar, 15 Kilometer östlich von Heidelberg, liegt im südlichsten Zipfel Hessens die Vierburgenstadt Neckarsteinach; zur Postleitzahl 69239 gehören außerdem die Stadtteile Grein, Darsberg und Neckarhausen sowie das unbewohnte Waldgebiet Michelbuch. Die Gegend kam im 7. Jahrhundert mit dem Lobdengau an das Hochstift Worms; als dessen Lehnsmann tritt Bligger von Steinach im Jahr 1142 zum ersten Mal urkundlich in Erscheinung, und Worms sowie seine Nachkommen errichteten in der Folge die vier namensgebenden Burgen Vorderburg, Mittelburg, Hinterburg und Schadeck. Im 14. Jahrhundert ließen die Landschad von Steinach Vorderburg und Stadt gemeinsam ummauern, wobei die Stadt selbst je zur Hälfte den Besitzern von Vorder- und Hinterburg gehörte. Die evangelische Kirche geht auf einen spätgotischen Neubau von 1483 durch Blicker XIV. Landschad von Steinach zurück. Schifffahrt hat hier eine über 800-jährige Tradition: Schon um 1150 ist eine feste Fischer- und Schifferzunft nachgewiesen, der die Schifffahrt bis ins 19. Jahrhundert vorbehalten blieb.
Grein, bis zu seiner freiwilligen Eingemeindung 1971 selbstständig, war ein Wormser Lehen der Landschad von Steinach, dessen Zehnt zur Hälfte an die Wormser Hofkammer und zur Hälfte an den Neckarsteinacher Pfarrer ging; 1779 brannte die Hälfte des kleinen Orts ab. Darsberg wird 1174 als Tagersperch erstmals erwähnt, als eigentliches Gründungsjahr gilt aber 1329; einst teilte es mit Neckarsteinach eine gemeinsame Gemarkung, und für die dortigen Burgherren war der Ort bedeutsam, da nur diese eine Route ins Hinterland führte. Das Waldgebiet Michelbuch nördlich des Neckars gehört zu keiner Gemeinde; einziges dauerhaftes Gebäude ist das Forsthaus Michelbuch, im Süden stand einst die Burg Hundheim auf einem Bergsporn über dem Tal.
Auf den 22,0 km² der Postleitzahl zählt der Zensus 3.814 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 173 je Quadratkilometer. Neckarsteinach grenzt im Westen an Neckargemünd, im Nordosten an die hessische Stadt Hirschhorn.