Über die Postleitzahl 72768
Im Nordwesten Reutlingens liegen die fünf Stadtteile, die sich die Postleitzahl 72768 teilen: Rommelsbach, Oferdingen, Sickenhausen, Altenburg und Degerschlacht, dazu winzige Randflächen der Gemeinden Kirchentellinsfurt und Pliezhausen. Alle fünf Stadtteile waren einst selbstständige Gemeinden im Oberamt beziehungsweise Landkreis Tübingen, ehe sie zwischen 1971 und 1974 nach Reutlingen eingegliedert wurden.
Ihre Geschichte ist eng verflochten: Rommelsbach und Sickenhausen tauchen 1089/1090 in einer Schenkung an das Kloster Zwiefalten auf, Degerschlacht folgt 1092 unter dem Namen „Tegirslath“. Die Reutlinger Patrizierfamilie Teufel war lange Ortsherrin, ehe sie 1444 mehrere dieser Dörfer an Graf Ludwig von Württemberg verkaufte. Oferdingen wiederum verdankt seinen Namen einem Adligen namens Onfried aus dem Geschlecht der Grafen von Achalm-Urach; von dessen Burg über dem Neckar haben sich Teile bis heute erhalten, eingebaut in das Pfarrhaus und den Kirchturm der evangelischen Clemenskirche – Überreste einer Königspfalz, die sich einst bis nach Altenburg erstreckte.
Bei Altenburg lag auf der heute als Gewerbegebiet Mahden genutzten Anhöhe eine ausgedehnte römische Niederlassung, von der Landwirte immer wieder Mauerreste und Ziegel ausgruben; die dortige Kirche entstand 1654 anstelle einer älteren Kapelle. Degerschlacht blieb im Zweiten Weltkrieg als einziger der Vororte von Gebäudeschäden verschont.
Auf 13,3 km² zählt die PLZ 14.561 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 1.098 je Quadratkilometer. Angrenzend liegen Kirchentellinsfurt, Pliezhausen und Wannweil.