Über die Postleitzahl 72770
Den Süden und Westen Reutlingens deckt die Postleitzahl 72770 ab: Gönningen allein trägt gut vierzig Prozent der Fläche, dazu kommen Betzingen und Ohmenhausen, ein Randstück der Kernstadt, das kleine Bronnweiler sowie äußerste Ausläufer der Tübinger Gemeinde Kusterdingen mit Mähringen und Jettenburg.
Gönningen war bis zur Eingemeindung 1971 eine eigene Gemeinde und ist nach der Kernstadt der flächengrößte Reutlinger Stadtteil. Sein Name geht wohl auf eine alemannische Gründung zurück und wurde 1092 als „Ginningen“ erstmals genannt. Bekannt wurde der Ort vor allem durch den Samenhandel: Vom 18. bis ins 19. Jahrhundert zog zeitweise fast die Hälfte der Gönninger Bürger als Saatguthändler durch Europa bis in Kreise des russischen Zarenhofs. Daneben wurde bis 1975 der ortstypische Kalktuff abgebaut.
Betzingen, seit 1907 eingemeindet, ist nach der Kernstadt der einwohnerstärkste Bezirk der Stadt. Schon zur Hallstattzeit war die Gegend besiedelt, 1905 fanden Ausgrabungen eine römische Villa, und die Mauritiuskirche wird bereits 1275 im Zehntregister des Bistums Konstanz genannt. In Ohmenhausen, seit 1272 als „Ummenhusen“ bezeugt, kam es 1787 zu einem folgenschweren Vorfall: Der berüchtigte Räuber Hannikel verfolgte hier einen früheren Weggefährten, der zur württembergischen Armee übergelaufen war und dafür mit dem Leben bezahlte.
Die Fläche von 37,4 km² beherbergt 21.422 Einwohnerinnen und Einwohner, 573 je Quadratkilometer. Nachbarorte sind unter anderem Pfullingen, Gomaringen und Kusterdingen.