Über die Postleitzahl 72813
Auf der Albhochfläche, rund acht Kilometer östlich von Reutlingen, verteilen sich die sechs Ortsteile der Gemeinde St. Johann über ein weites Gebiet: Würtingen, Sitz der Verwaltung, Lonsingen, Gächingen, Upfingen, Ohnastetten und das kleine Bleichstetten bilden zusammen fast die gesamte PLZ 72813, dazu ein schmaler Streifen von Eningen unter Achalm. Zu 44 Prozent liegt die Gemarkung im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.
Der Gemeindename geht auf den Gestütshof St. Johann zurück, eine Domäne des Haupt- und Landgestüts Marbach, auf der schon im 17. Jahrhundert Pferde gehalten wurden. Die Orte selbst sind deutlich älter: Upfingen, Ohnastetten und Würtingen werden bereits 1138 in einer Urkunde des Klosters Zwiefalten genannt, Bleichstetten sogar schon 1102. In Würtingen deuten Grabfunde und römische Münzen auf eine frühe Besiedlung hin, und der Sage nach sollen die Mauerreste auf dem Hartberg von einer alten Burg stammen.
Erst 1938, im Zuge der NS-Kreisreform, kamen Bleichstetten, Ohnastetten und Würtingen zum Landkreis Reutlingen, während Gächingen, Lonsingen und Upfingen zunächst dem Landkreis Münsingen zugeteilt wurden; zur gemeinsamen Gemeinde St. Johann fanden sie erst 1975 zusammen. Musikalisch bekannt wurde Gächingen durch die 1954 von Helmuth Rilling gegründete Gächinger Kantorei, die inzwischen ihren Sitz in Stuttgart hat.
Auf 60,6 km² leben 5.096 Einwohnerinnen und Einwohner, 84 je Quadratkilometer. Nachbarn sind unter anderem Eningen, Lichtenstein, Engstingen und Bad Urach.