Über die Postleitzahl 72829
Auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb liegt Engstingen, dessen drei Ortsteile Großengstingen, Kleinengstingen und Kohlstetten die PLZ 72829 tragen. Großengstingen entstand am Schnittpunkt mehrerer Römerstraßen des Alblimes; das Gebiet gehörte vom 1. bis 3. Jahrhundert zum Römischen Reich, ehe es im 5. Jahrhundert von Alemannen besiedelt wurde. Urkundlich erscheint der Ort 783 als „Anegistingin“ in einer Schenkung an das Kloster Lorsch.
Kleinengstingen, erstmals 1482 als „Clain Engstingen“ erwähnt, wurde auf einem wasserführenden Basalttuffschlot errichtet; um 1580 entdeckte man dort die einzige Mineralquelle der Albhochfläche, die bis heute einen Sauerbrunnen speist. Kohlstetten geht auf eine Urkunde des Klosters Weißenau von 1161 zurück und kam über die Grafen von Achalm und Urach 1265 an Württemberg. Vier Kilometer südlich von Großengstingen errichtete das Deutsche Reich 1938 die Munitionsanstalt Haid, an die während des Zweiten Weltkriegs ein Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager mit 200 bis 300 überwiegend französischen, russischen und polnischen Häftlingen angeschlossen war; auf dem Gelände betreiben die Gemeinden Engstingen, Hohenstein und Trochtelfingen seit 1994 den Gewerbepark Haid.
Zu den Bauwerken zählen die barocke Pfarrkirche St. Martin in Kleinengstingen, deren Taufstein die Jahreszahl 1606 trägt, und die Rokoko-Ausstattung der evangelischen Blasiuskirche mit ihrer für eine Dorfkirche ungewöhnlich reichen Pflanzenornamentik. Ein Automobilmuseum zeigt historische Fahrzeuge und Motorräder aus der Nachkriegszeit.
Auf 31,4 km² leben 5.139 Einwohnerinnen und Einwohner, 163 je Quadratkilometer. Nachbarorte sind Lichtenstein, St. Johann, Trochtelfingen und Sonnenbühl.