Über die Postleitzahl 76770
Hatzenbühl im Landkreis Germersheim trägt fast die gesamte Postleitzahl 76770 und gehört zur Verbandsgemeinde Jockgrim. Der Ort liegt im Süden der Pfalz zwischen Pfälzerwald und Rhein, an einem Bachlauf gelegen und dem Bienwald im Süden benachbart. Er entstand vermutlich zwischen 1180 und 1200 als Ausbausiedlung auf der Urgemarkung von Herxheim, urkundlich erstmals erwähnt wird er 1272; als eigenständiges Dorf erscheint er erst 1366.
Hatzenbühl gilt als Deutschlands ältester Tabakanbauort: 1573 pflanzte der örtliche Pfarrer Anselmann hier erstmals in Deutschland Tabak an, vermutlich mit Samen aus Lothringen oder dem Elsass. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Anbau ab dem 18. Jahrhundert, 1973 war Hatzenbühl mit seiner Anbaufläche die größte Tabakgemeinde Deutschlands. Zahlreiche Tabaktrockenschuppen an der Nordseite und in der Ortsmitte erinnern bis heute daran, ergänzt durch einen eigenen Tabakrundweg. Der Turm der katholischen Kirche St. Wendelin, dessen Grundmauern Ende des 13. Jahrhunderts entstanden, gilt als Wahrzeichen des Ortes. Im Dreißigjährigen Krieg vernichtete 1636 eine Feuersbrunst fast alle Gebäude bis auf Kirche, Rathaus und zwei Scheunen, danach blieb der Ort fast 30 Jahre unbewohnt.
Auf 7,7 km² Fläche leben 2.809 Menschen, das entspricht 363 je Quadratkilometer. Seit 2017 dreht sich hier ein Windpark, westlich verläuft die Bundesautobahn 65, Nachbarorte sind Rülzheim, Rheinzabern und Kandel.