Über die Postleitzahl 76764
Rheinzabern im Landkreis Germersheim trägt fast vollständig die Postleitzahl 76764 und gehört zur Verbandsgemeinde Jockgrim, innerhalb derer es flächenmäßig die größte Ortsgemeinde ist. Der Ort liegt zwischen Bienwald und Rheinaue und wurde unter dem Namen Tabernae als römische Raststätte an der Fernstraße von Italien über Basel nach Mainz gegründet; 2004 feierte er sein 1950-jähriges Jubiläum als älteste Gemeinde der Südpfalz. In römischer Zeit galt Tabernae rhenanae als bedeutendste Töpfersiedlung des Reiches nördlich der Alpen, berühmt für die europaweit gehandelte Terra-Sigillata-Tonware; die antiken Brennöfen können noch besichtigt werden.
Nach der Zerstörung der römischen Siedlung durch die Wandalen im frühen 5. Jahrhundert entstand hier vermutlich im 8. Jahrhundert ein Königshof mit einer Kirche aus merowingischer Zeit. Im Dreißigjährigen Krieg und den folgenden Konflikten litt der Ort so stark, dass bis 1750 sämtliche Stadtmauern geschleift waren. Seit 1977 zeigt das Terra-Sigillata-Museum im ehemaligen Schulhaus Originalfunde und Nachbildungen der römischen Keramikproduktion. Das südöstlich gelegene Kieswerk der Holcim-Gruppe gewinnt neben Baustoffen auch Gold aus Rheinablagerungen und ist der einzige offizielle Goldproduzent Deutschlands.
Auf 12,7 km² Fläche leben 4.942 Menschen, das ergibt eine Dichte von 388 je Quadratkilometer. Die Stadtbahn Karlsruhe hält seit 2010 an zwei Haltepunkten im Ort, Nachbargemeinden sind Jockgrim, Rülzheim und Neupotz.