Über die Postleitzahl 78256
Nördlich des Bodensees, im Hegau, liegt der staatlich anerkannte Erholungsort Steißlingen, der zusammen mit seinem einzigen Ortsteil Wiechs fast die gesamte Postleitzahl 78256 bildet. Untersuchungen an den geschichteten Sedimenten des Steißlinger Sees gelten als beispielhaft für die Landschaftsentwicklung Mitteleuropas seit dem Ende der letzten Eiszeit; erste Spuren menschlicher Besiedlung finden sich schon aus der mittleren Steinzeit. Urkundlich erwähnt wird der Ort 1155 in der sogenannten Barbarossaurkunde als Besitz des Bistums Konstanz.
Im Schweizerkrieg des Jahres 1499 fielen sowohl Steißlingen als auch Wiechs eidgenössischen Truppen zum Opfer, die beide Dörfer plünderten und in Brand steckten. Grundherren waren ab 1287 die Herren von Homburg, ehe 1780 die Freiherren von Stotzingen das 1724 bis 1726 errichtete Schloss erwarben, das sie bis heute bewohnen. In der Steißlinger Torkel, einem um 1500 begonnenen Kelterbau, standen 1620 acht große Weinpressen; nach dem Niedergang des Weinbaus im 19. Jahrhundert wich er 1929 dem Obstanbau. Wiechs war schon in der Spätbronzezeit besiedelt und lag an einer im 3. Jahrhundert erbauten Römerstraße von Stein am Rhein nach Orsingen; die dortige Turmburg entstand vermutlich um 1100.
Auf 24,4 km² zählt die Postleitzahl 78256 4.946 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 202 je Quadratkilometer. Als Betriebe mit Standort in Steißlingen sind unter anderem Dachser und MAN Truck & Bus ansässig, per Rad ist der Ort sowohl an Singen als auch, über den Nachbarort Orsingen-Nenzingen, an Stockach angebunden.