Über die Postleitzahl 83250
Marquartstein liegt im Chiemgau im Tal der Tiroler Achen, rund zehn Kilometer südlich des Chiemsees; der Fluss teilt den Ort in den historischen Ortskern mit der Burg im Osten und Kirche, Rathaus sowie die meisten Wohngebiete im Westen. Zur Gemeinde zählen Ortsteile wie Niedernfels, Pettendorf und Piesenhausen.
Die Burg Marquartstein geht auf eine Gründung des Chiemgaugrafen Marquardt im Jahr 1075 zurück; Ende des 13. Jahrhunderts kam sie an die Wittelsbacher und diente bis 1803 als Sitz eines Pflegamts, ehe sie nach und nach verfiel. 1857 erwarb die englische Schriftstellerin Jemina Montgomery mit ihrem Mann Cajetan von Tautphoeus die Burg als erste private Besitzer, und ab 1928 war sie 30 Jahre lang Sitz eines Gymnasiums, des Landschulheims Marquartstein.
Die heutige Gemeinde entstand erst 1938 aus Teilen von Grassau, Schleching und Unterwössen; 1962 kamen Niedernfels, Pettendorf und Piesenhausen von Grassau hinzu. Niedernfels selbst wird schon 988 als Herrensitz eines „Wernherus de Velse“ erwähnt. Von 1884 bis 1968 fuhr eine Lokalbahn nach Übersee und Grassau, die dank einer angeschlossenen Zementfabrik zu den profitabelsten Bahnen Bayerns zählte; an ihrer Stelle steht heute das Rathaus, ein Prellbock erinnert an den früheren Bahnhof.
Im Landhaus an der Burgstraße komponierte Richard Strauss einige seiner wichtigsten Werke, eine Gedenktafel erinnert daran; er soll auch regelmäßiger Gast im alten Gasthof Hofwirth zur Post gewesen sein. Als Bildungszentrum des Achentals hat der Ort eine Realschule und ein Gymnasium mit Internat. Auf 13,4 km² leben 2.972 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 222 je Quadratkilometer. Nachbarn sind Grassau, Unterwössen und Schleching, die Vorwahl ist 08641.