Über die Postleitzahl 97228
Östlich von Würzburg liegt die Gemeinde Rottendorf, die praktisch die gesamte Postleitzahl 97228 einnimmt und mit fast 3900 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten der größte Gewerbestandort im Landkreis Würzburg ist. Ursprünglich als „Rotendorf“ oder „Rodendorf“ um 1025 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte der Ort zum Hochstift Würzburg, bis er 1803 säkularisiert und über das kurzlebige Großherzogtum Würzburg 1814 endgültig an Bayern fiel; 1818 entstand daraus die politische Gemeinde.
Wirtschaftlich prägte 1836 Joel Jakob von Hirsch den Ort, als er neben einer Brauerei eine Rübenzuckerfabrik gründete, um das Königreich Bayern unabhängig von überseeischen Rohrzuckerimporten zu machen – die Hirsch’sche Zuckerfabrik aus dem 19. Jahrhundert steht bis heute. Neben dem Hauptort Rottendorf gehören die Gemeindeteile Rothof, ein Kirchdorf, und das Gut Wöllriederhof zur Gemeinde. Zu den Bauwerken zählt zudem ein spätmittelalterliches Wasserschloss auf dem Gutsgelände des Wöllrieder Hofs sowie die 1972 errichtete Seinsheimschule nach Entwürfen des Architektenpaars Betz, die als Vorreiter des modernen Schulbaus in Deutschland gilt. Heute haben hier unter anderem die Unternehmen S.Oliver, Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen und Frankonia ihren Hauptsitz.
Am Rottendorfer Bahnhof zweigt die Bahnstrecke Bamberg–Rottendorf von der Strecke Fürth–Würzburg ab; das 2019 erworbene Bahnhofsgebäude wurde 2023 zu einem Begegnungszentrum mit Gastronomie umgebaut. Die Postleitzahl 97228 zählt 5.319 Einwohnerinnen und Einwohner auf 14,8 km², das ergibt 360 Personen je Quadratkilometer. Nachbarorte sind unter anderem Würzburg, Gerbrunn, Estenfeld und Kürnach.