Über die Postleitzahl 01454
Am Rand der Dresdner Heide, im Südwesten des Landkreises Bautzen, deckt die Postleitzahl 01454 zwei sächsische Gemeinden fast vollständig ab. Gut die Hälfte der Fläche entfällt auf Wachau mit den Ortsteilen Wachau, Feldschlößchen, Lomnitz, Seifersdorf und Leppersdorf, der Rest auf die Große Kreisstadt Radeberg samt Großerkmannsdorf, Ullersdorf, Liegau-Augustusbad und Lotzdorf.
Ihr Stadtrecht bekam Radeberg am 16. März 1412; der Name leitet sich wahrscheinlich von der Großen Röder ab, die gemeinsam mit der Schwarzen Röder durch den Ort fließt. Das Rathaus am Markt baute Samuel Locke von 1767 bis 1769 im Rokokostil, nachdem sein Vorgänger zweimal niedergebrannt war. Vor ihm steht die Kopie einer Postdistanzsäule, deren Original 1729 bei der Zweiten Kursächsischen Landvermessung gesetzt wurde. Aus der einstigen Burg wurde Schloss Klippenstein, dessen Hungerturm Besucher erklimmen können. Die Bahn Görlitz–Dresden fährt seit 1845 durch die Stadt, und an der Strecke errichtete eine Baugenossenschaft ab 1913 die heute denkmalgeschützte Ernst-Braune-Siedlung.
Wachau erscheint 1218 als Wachowe erstmals in einer Urkunde; der altsorbische Name meint den „Ort eines Vach“. Sein Barockschloss steht auf einer künstlichen Insel und entstand von 1730 bis 1754, bestellt von einer verwitweten Gräfin für ihren Sohn Johann Georg von Schönfeld. Eine Tafel hält die Erinnerung an den Bürgermeister und einen Bauern wach, die kurz vor Kriegsende 1945 weiße Tücher aufzogen, um das Dorf vor Zerstörung zu bewahren, und dafür von der SS in Radeberg erschossen wurden. Weit über die Region hinaus kennt man das Seifersdorfer Tal, dessen Landschaftsgarten Gräfin Christina von Brühl ab 1781 gestaltete.
Auf 67,7 km² wohnen hier 22.757 Einwohnerinnen und Einwohner, rechnerisch 336 je Quadratkilometer. Angrenzende Postleitzahlen gehören zu Dresden, Ottendorf-Okrilla, Königsbrück, Pulsnitz, Großröhrsdorf und Arnsdorf; gewählt wird mit 0351 oder 03528.