Über die Postleitzahl 01855
Sebnitz, von Franken gegründet und wegen seiner Geschichte auch Stadt der Kunstblumen genannt, deckt zusammen mit seinen Ortsteilen fast die gesamte PLZ 01855 ab. Nach dem großen Stadtbrand von 1854 verloren viele Weber ihre Webstühle und wandten sich der Herstellung künstlicher Blumen zu, einer Heimarbeit, die seit den 1830er Jahren aus Böhmen eingewandert war; von etwa 1870 bis 1910 war die Stadt zugleich ein Zentrum der Christbaumschmuck-Produktion. Die Kunstblumenherstellung prägt bis heute das nach dem Heimatforscher Alfred Meiche benannte Stadtmuseum, das in einem 1731 errichteten Bürgerhaus untergebracht ist.
Zu den weitläufigen Ortsteilen zählt Hinterhermsdorf an der tschechischen Grenze, dessen Bewohner einst vom Holztransport auf der Kirnitzsch lebten – die historische Obere Schleuse trägt bis heute die Tradition einer Kahnfahrt auf einem aufgestauten See. Lichtenhain ist für seinen Wasserfall bekannt, dessen Kirche seit dem 16. Jahrhundert direkt dem Amt Hohnstein unterstand. Der Ortsteil Saupsdorf gehörte bis 1451 noch zum Königreich Böhmen, bevor er an die Wettiner kam, und betrieb im 19. Jahrhundert Kalkabbau.
Auf 87,9 km² kommen 9.390 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 107 je Quadratkilometer. Sebnitz grenzt an Bad Schandau, Neustadt in Sachsen und Hohnstein.