Über die Postleitzahl 08294
In einem langgezogenen, von bewaldeten Höhenzügen umgebenen Tal des westlichen Erzgebirges liegt die Bergstadt Lößnitz, die den Kern der Postleitzahl 08294 bildet und wegen ihres Alters auch Muhme genannt wird. Ihr Name geht auf das altsorbische Wort Lesnica für Waldbach zurück; gegründet wurde sie 1170 von den Meinheringern, den späteren Burggrafen zu Meißen, und bereits 1284 als Civitas bezeichnet.
Mehrfach musste die Stadt Rückschläge verkraften: 1616 vernichtete ein als „Rote Ruhr“ bezeichneter Stadtbrand Rathaus, Kirche, Pfarr- und Schulgebäude sowie 108 weitere Häuser, in den Folgejahren kamen Plünderungen, die Pest und ein erneuter Brand hinzu. Mit der Industrialisierung um 1850 entwickelte sich Lößnitz dennoch zu einem bedeutenden Standort der Schuh-, Metallwaren- und Textilindustrie sowie des Maschinenbaus; die 1849 gegründete Gießerei Lößnitz besteht bis heute. Zu den Ortsteilen zählt Affalter, das um 1200 als Waldhufendorf entstand und seit dem 17. Jahrhundert vom Schieferabbau lebte – um 1870 sollen dort 17 Brüche gleichzeitig in Betrieb gewesen sein. Dittersdorf wiederum geht auf mainfränkische Siedler des 12. Jahrhunderts zurück und gehörte ab 1238 zum Kloster Grünhain.
Auf 30,4 km² leben 7.732 Menschen, das entspricht einer Dichte von 255 je Quadratkilometer. Lößnitz liegt an der Bundesstraße 169 und an der Bahnstrecke Chemnitz–Aue, auf der seit 2022 im Rahmen des Chemnitzer Modells stündlich Züge verkehren.