Über die Postleitzahl 17089
Diese vorpommersche Postleitzahl im Norden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte gehört zum Amt Treptower Tollensewinkel und setzt sich aus neun kleinen Gemeinden zusammen, von denen Bartow, Werder und Golchen die größten Flächenanteile stellen.
Golchen zählt zu den ältesten Orten der Region: Bereits 1170 erwähnte eine Stiftungsurkunde des Klosters Broda eine Saline namens Colke, deren Name auf das slawische Wort für Salz zurückgeht, und schon drei Jahre später wurde die Salzgewinnung erneut urkundlich bestätigt. Am 30. April 1945 geriet Golchen unter sowjetischen Beschuss und kostete mehreren Bewohnern das Leben; ihr gemeinsames Grab wurde 2010 als Kriegsgräberstätte eingeweiht. Im Ortsteil Wodarg der Gemeinde Werder ließ die Familie von Maltzahn 1733 ein Gutshaus errichten, das sie bis 1945 besaß; der letzte Besitzer Gerhard von Maltzahn wurde nach Kriegsende von sowjetischen Truppen erschossen, wie sich erst nach 1989 aufklären ließ.
In Gültz gestaltete der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné 1840 im Auftrag des Landrats Axel von Maltzahn einen englischen Landschaftsgarten; das spätere klassizistische Herrenhaus diente zu DDR-Zeiten als landwirtschaftliche Berufsschule und steht seit der Privatisierung nach der Wende leer. Siedenbollentin erlebte nach der Wende einen starken demografischen Umbruch: Zwischen 1990 und 2018 sank die Einwohnerzahl der Gemeinde um rund ein Viertel, und die örtliche Schule wurde 2006 endgültig geschlossen. Bei Burow lädt der Naturerlebnispark Mühlenhagen zu Ausflügen ein.
4.124 Menschen leben auf 190,9 km², das ergibt eine Dichte von 22 je Quadratkilometer. Angrenzend liegen die Gebiete um Altentreptow, Rosenow und Demmin.