Über die Postleitzahl 23715
Am Ostufer des Großen Plöner Sees liegt die Gemeinde Bosau, die im Naturpark Holsteinische Schweiz fast die gesamte Fläche dieser Postleitzahl einnimmt und zahlreiche kleine Dörfer wie Braak, Hutzfeld, Hassendorf und Klenzau umfasst. Der Ortsname geht auf die wendische Bezeichnung Bozowe zurück; schon im 8./9. Jahrhundert stand auf der damals noch größeren Halbinsel Bischofswarder eine slawische Ringburg.
Bosau war um 1150 kurzzeitig Sitz des wiedergegründeten Bistums Oldenburg, ehe der Bischofssitz nach Lübeck verlegt wurde; die 1151/52 errichtete St.-Petri-Kirche geht auf den Missionar Vicelin zurück, der hier seinen vorläufigen Amtssitz hatte. Der Bosauer Priester Helmold schrieb in den Jahren danach sein bekanntes Geschichtswerk über die Christianisierung der slawischen Gebiete zwischen Holstein, Mecklenburg und Brandenburg. Als Herzog Johann von Schleswig-Holstein-Sonderburg um 1570 den Plöner See aufstauen ließ, wurde Bosau zeitweise zur Halbinsel; erst mit der Wasserabsenkung 1881/82 kam ein Stück der einstigen slawischen Siedlung wieder zum Vorschein. Im Ort Stadtbek erprobte die Firma Hellmuth Walter KG ab 1939 Antriebe für die spätere Flugbombe V1, die von einer Schlitzrohrschleuder ins Wasser des Sees katapultiert wurde. Bekannt wurde Bosau auch als Drehort für den Tatort-Kultfilm „Reifezeugnis“ von 1977.
Auf 64,1 km² zählt die Gemeinde 3.334 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 52 je km². Nachbar-Postleitzahlen führen unter anderem nach Eutin, Malente und Plön.