Über die Postleitzahl 29475
Gorleben liegt im äußersten Nordosten Niedersachsens im Wendland, direkt am linken Ufer der Elbe, und gehört zur Samtgemeinde Gartow. Die Postleitzahl umfasst neben dem Kernort auch den größeren Ortsteil Meetschow östlich davon, dessen Dorfkirche vermutlich 1731 erbaut wurde.
Der Ort wurde 1360 erstmals urkundlich erwähnt, sein Name wird auf „Goor“ für Schlick und „leben“ für Erbe zurückgeführt. Zu dieser Zeit bestand hier bereits eine Burg mit Ober- und Unterburg, die 1426 an die Herren von Bülow verkauft wurde und deren Graben bis 1998 noch sichtbar war. Bundesweit bekannt wurde die Gemeinde durch die Pläne für ein nationales Endlager für radioaktiven Abfall und die seit den 1980er Jahren umstrittenen Atommülltransporte in das oberirdische Zwischenlager südlich des Ortes. Der Gemeinderat stimmte der Einrichtung 1981 einstimmig zu, nachdem sowohl der damalige Bundeskanzler als auch der Oppositionsführer zuvor persönlich für die Zustimmung geworben hatten; vier Monate später erreichten Kritiker aus dem Stand rund 20 Prozent der Stimmen bei der Wahl. Seit 1984 kam es wiederholt zu Straßenblockaden und Protesten, und seit 1989 versammeln sich Gegner des Lagers sonntäglich zum Gorlebener Gebet. Durch die Ansiedlung der atomrechtlichen Einrichtungen zählt Gorleben heute zu den finanziell wohlhabendsten Gemeinden Niedersachsens.
Südlich des Orts schließen sich die Gartower Tannen an, der größte zusammenhängende Privatwald Deutschlands im Eigentum der Grafen Bernstorff zu Gartow, während sich östlich und nördlich die geschützte Flusslandschaft des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue ausdehnt. Am Gorlebener Haken, einem Altarm der Elbe, liegen ein Sportboothafen und ein Stützpunkt der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Auf 21,3 km² kommen 566 Menschen, das ergibt 27 je Quadratkilometer.
Nachbar-Postleitzahlen liegen bei Gartow, Höhbeck und Trebel sowie jenseits der Elbe bei Lenzen in Brandenburg; die Vorwahl ist 05882, das Kennzeichen DAN.