Über die Postleitzahl 31637
Etwa elf Kilometer zieht sich Rodewald in die Länge, daher gilt es als zweitlängstes Dorf Niedersachsens. Die Postleitzahl 31637 deckt nahezu genau das Gebiet dieser Gemeinde ab, die zur Samtgemeinde Steimbke im Landkreis Nienburg (Weser) gehört. Bis Hannover sind es rund 40 Kilometer nach Süden, bis Hamburg etwa 125 Kilometer nach Norden.
Das Dorf besteht aus drei Teilen: der Unteren, der Mittleren und der Oberen Bauerschaft. Auf die Untere Bauerschaft entfällt mehr als die Hälfte der Fläche. Auch Neudorf und Heidmühle liegen im Gebiet. Bis 1970 waren die drei Bauerschaften eigene politische Gemeinden, und bis zur Kreisreform 1974 zählte Rodewald zum Landkreis Neustadt am Rübenberge.
Gegründet wurde Rodewald im frühen 13. Jahrhundert von den Grafen von Wölpe, mit Zustimmung des Bischofs von Minden; als Zeuge in zwei Urkunden erscheint 1221 und 1223 ein Christianus de Rodelwolde. Den Namen verdankt der Ort vermutlich dem Roden des Waldes. Angelegt wurde er als Hagenhufendorf: Jeder Siedler bekam einen gleich großen, eingezäunten Streifen Land quer zum Weg, schmal wie sein Hof, aber sehr lang, und durfte als Häger niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Diese Flur lässt sich bis heute ablesen. Bis ins 14. Jahrhundert wuchs das Dorf nach Süden. Von 1302 bis 1866 unterstand es als Vogtei den Welfen.
Zwischen Mittlerer und Oberer Bauerschaft steht die St.-Aegidien-Kirche, ein Backsteinbau der Spätromanik, entstanden in der Mitte des 13. Jahrhunderts. Als man 1965 bis 1969 den Innenraum in seinen früheren Zustand zurückversetzte, kamen Wandmalereien aus dem späten 13. Jahrhundert zum Vorschein. Im Ortskern kreuzen sich die Bundesstraße 214 und die Landesstraße 192. Auf 60,0 km² leben 2.626 Einwohnerinnen und Einwohner, 44 je Quadratkilometer. Nachbarn sind Steimbke, Rethem (Aller), Schwarmstedt, Hodenhagen und Neustadt am Rübenberge; Vorwahl 05074, Kennzeichen NI.