Über die Postleitzahl 34329
Vier Fünftel dieser Postleitzahl liegen im bewaldeten Gutsbezirk Kaufunger Wald, einem gemeindefreien Forstgebiet im Werra-Meißner-Kreis, das mit dem Bilstein den zweithöchsten Berg des Kaufunger Waldes trägt; bis 1972 war der Gutsbezirk zwischen den früheren Landkreisen Kassel und Witzenhausen geteilt. Den bewohnten Teil stellt die Gemeinde Nieste im Landkreis Kassel, ein staatlich anerkannter Erholungsort nordöstlich von Kassel. Der Überlieferung nach errichtete 1019 ein gewisser Bardo von Sichelnstein dort, wo sein Besitz endete, ein Gotteshaus für die heilige Anna sowie eine Herberge, zu denen fortan im Zweijahresrhythmus gepilgert wurde; 1306 ließen der hessische Landgraf und ein braunschweigischer Herzog gemeinsam an dieser Stelle ein Dorf anlegen, das den Namen Nyste – neue Stätte – erhielt.
Urkundlich gesichert ist die Erwähnung als de Nieste im Jahr 1293. Im 13. Jahrhundert ist eine adlige Familie von Nyste belegt, aus der mehrere Ratsherren der Stadt Münden hervorgingen. Ab 1536 teilten sich zwei Landesherren, Hessen und das Fürstentum Calenberg im Braunschweigischen, den Ort zu gleichen Teilen, nur die Kirche blieb ungeteilt; erst 1831 trat das Königreich Hannover seinen Anteil an Kurhessen ab. Ein Staatsvertrag von 2010 tauschte schließlich einige Flurstücke zwischen Hessen und Niedersachsen, weil Sportanlagen und Schulturnhalle der Gemeinde Nieste teils auf niedersächsischem Gebiet standen.
Auf 20,9 km² der Postleitzahl leben 1.900 Menschen, das sind 91 je Quadratkilometer. Nieste grenzt im Süden an Niestetal und im Westen an Kaufungen.