Über die Postleitzahl 54459
Wiltingen, das fast die gesamte Postleitzahl 54459 stellt, liegt am Unterlauf der Saar auf halbem Weg zwischen Konz und Saarburg und gehört zur Verbandsgemeinde Konz. Der Weinort wird 1030 erstmals genannt, in einer Liste klösterlichen Besitzes aus Mergen, die ein damaliger Trierer Erzbischof bestätigt hatte; bis Ende des 18. Jahrhunderts bildete er zusammen mit dem Nachbarort Kanzem einen eigenen kleinen Herrschaftsbereich, umgeben vom Kurfürstentum Trier, aber landesherrlich dem Herzogtum Luxemburg zugehörig und von den Freiherren von Warsberg regiert. Der Ort hat mit dem Wiltinger Platt eine eigene moselfränkische Mundart, die als immaterielles Kulturerbe gilt, ebenso wie das 1947 uraufgeführte Weinlied „Weinumranktes Dörfchen“.
Das Ortsbild prägen die katholische Pfarrkirche St. Martin von 1909/10, im Ort „Wiltinger Dom“ genannt, sowie mehrere gründerzeitliche Weingutsvillen, darunter die Scharzhöfe und, auf dem Schlossberg, das ältere Anwesen eines bekannten Wiltinger Weinguts. Der Wiltinger Scharzhofberg gehört zu den bekannten Weinlagen an der Saar, und am Galgenberg sowie am Saarufer stehen zwei Skulpturen, die 2007 im Rahmen eines Bildhauersymposiums entstanden. Im September 1944 kamen rund 200 Jugendliche der Hanauer Hitlerjugend nach Wiltingen, um am Westwall zu bauen – daran erinnert heute ein Westwallmuseum im Ort.
Auf 16,0 km² leben in der 54459 1.336 Menschen, das entspricht 84 Einwohnern je Quadratkilometer. Am Haltepunkt Wiltingen (Saar) halten stündlich Regionalzüge auf der Saarstrecke Trier–Saarbrücken; Nachbarschaft besteht zu Zerf, Konz, Ayl und Irsch.