Über die Postleitzahl 56206
Im Kannenbäckerland des Westerwaldkreises liegen die beiden Ortsgemeinden Hilgert und Kammerforst, die zusammen diese Postleitzahl bilden. Hilgert – benannt nach dem im 14. Jahrhundert erstmals erwähnten Hofgut „Hilgenrode“ – geht der Endung -rode nach auf eine frühe fränkische Rodungssiedlung zurück; nahe dem Ort lag mit Seelbach eine schon 1675 wüst gefallene Siedlung. Zu Hilgert gehören heute außer dem Hauptort noch der Ortsteil Faulbach und zwei kleine Wohnplätze.
Kammerforst entstand dagegen erst um 1680 als Ansiedlung wallonischer Gastarbeiter der Eisenhütte bei Alsbach, die hier siedeln durften, weil das Gebiet zur katholischen Burgfreiheit von Grenzau gehörte. Bis 1813 waren wallonische Familiennamen im Ort noch nachweisbar, danach verschwanden sie durch Vermischung mit der einheimischen Bevölkerung. Anders als das eng verbundene Grenzau wurde Kammerforst 1936 nicht nach Höhr-Grenzhausen eingemeindet und blieb eigenständig.
Auf 5,9 km² leben 1.782 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 303 je Quadratkilometer. In Hilgert stehen mit der ehemaligen Schule und einer früheren Pfeifenbäckerei Zeugen des alten Ortskerns unter Denkmalschutz, Kammerforst besitzt einen Haltepunkt an der teils touristisch betriebenen Bahnstrecke Engers–Au. Nachbarn der Postleitzahl sind Höhr-Grenzhausen, Ransbach-Baumbach und Nauort.