Über die Postleitzahl 69221
Dossenheim, in der Mundart Dossene genannt, liegt an der Badischen Bergstraße fünf Kilometer nördlich von Heidelberg und bildet allein die Postleitzahl 69221. Altsteinzeitliche Funde und jungsteinzeitliches Ackergerät belegen eine sehr frühe Besiedlung; aus der Merowingerzeit um 520 stammt der sogenannte Dossenheimer Schädel einer Frau, deren Schädel im Kindesalter künstlich verformt worden war. Urkundlich erstmals erwähnt wird der Ort 766 im Lorscher Codex, als der Mönch Segwin dem Kloster Lorsch einen Weinberg in Dossenheim verkaufte. Die Ruine Schauenburg, bekannteste der drei einstigen Burgen auf Dossenheimer Gemarkung, ging 1303 von den Herren von Magenheim an die Heidelberger Pfalzgrafen über; als der Speyerer Bischof Siboto das Lehen 1320 an Kurmainz vergab, entstand daraus eine lange Rivalität zwischen Kurmainz und der Kurpfalz.
Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts prägte der Abbau von Porphyr für den Straßenbau entlang der Bergstraße die östlich gelegenen Berge; bis zum Ersten Weltkrieg war die Steinhauerei neben den üblichen dörflichen Handwerken die einzige nennenswerte Erwerbsquelle, ehe 2002 der letzte Steinbruch schloss. Hausberg des Orts ist der 552 Meter hohe Weiße Stein mit seinem steinernen Aussichtsturm und einem an ein Ufo erinnernden Fernmeldeturm; nordöstlich im Odenwald liegt zudem die Dossenheimer Klause, eine kleine, begehbare Einsiedlerhöhle.
Auf den 14,1 km² der Postleitzahl zählt der Zensus 12.680 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 896 je Quadratkilometer. Dossenheim liegt an Bergstraße und Bertha-Benz-Memorial-Route und grenzt südlich an Heidelberg, nördlich an Schriesheim.