Über die Postleitzahl 69118
Am Ende des Neckartals, dort wo sich der Fluss zwischen Odenwald und Heidelberger Stadtmitte schlängelt, liegen die beiden Stadtteile Ziegelhausen und Schlierbach, die zusammen die Postleitzahl 69118 bilden – Ziegelhausen auf dem rechten, Schlierbach auf dem linken Neckarufer. Ziegelhausen geht auf eine 1210 vom Zisterzienserkloster Schönau gegründete Ziegelei zurück, das sogenannte obere Ziegelhaus, ergänzt durch die Abtei Neuburg; schon 850 war an gleicher Stelle eine Siedlung namens Steimbach urkundlich erwähnt worden. Aus der wechselvollen Religionsgeschichte der Pfalz ist die Überlieferung einer Familie Meuter erhalten, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg verborgen in einer Sandsteinhöhle am Ort namens Meuters Loch versteckt hielt.
Schlierbach wurde 1245 erstmals urkundlich genannt und verdankt seinen Namen dem mittelhochdeutschen Wort für Lehm oder Schlamm. Aus dem einstigen Fischer- und Schifferdorf wurde 1918 der Standort der Orthopädischen Universitätsklinik, der Schloss-Wolfsbrunnenweg verbindet den Ort bis heute mit dem Heidelberger Schloss. Eine Neckarbrücke stellt die Verbindung zu Ziegelhausen her; von 1910 bis 1962 fuhr zudem eine Straßenbahn vom Karlstor über Schlierbach bis nach Neckargemünd.
Zu Ziegelhausen zählt außerdem die Ortslage Peterstal im Steinbachtal, die auf eine 1710 gegründete Glashütte zurückgeht – Johann Peter Wenzel und seine Brüder erhielten dafür vom Kurfürsten Johann Wilhelm Waldflächen als Erbbestand.
Die Postleitzahl umfasst 24,2 km², auf denen der Zensus 13.345 Einwohnerinnen und Einwohner zählt, das ergibt 552 je Quadratkilometer. Neckarabwärts liegt mit der 69117 die Heidelberger Altstadt, neckaraufwärts die 69151 mit Neckargemünd.