Über die Postleitzahl 69226
Zehn Kilometer südlich von Heidelberg, am Rand von Kraichgau und Naturpark Neckartal-Odenwald, liegt Nußloch mit dem kleinen Ortsteil Maisbach; beide zusammen bilden die Postleitzahl 69226. Als Marktflecken erscheint der Ort erstmals in einer Urkunde des Lorscher Codex, datiert auf den letzten Tag des Jahres 766: Ein Weinberg im Ort wurde damals dem Kloster übereignet – 2016 feierte Nußloch entsprechend sein 1250-jähriges Bestehen. Im Mittelalter bestanden mit der Tiefburg Lichtenau und der Gückelsburg zwei Burgen auf der Gemarkung, ehe 1256 sowohl Nußloch als auch das benachbarte Maisbach durch Kauf an Pfalzgraf Ludwig I. fielen; ab dem 15. Jahrhundert lag die Ortsherrschaft bei den Freiherren von Bettendorf. Der Dreißigjährige Krieg soll die Bevölkerung nahezu ausgelöscht haben, Maisbach lag von 1648 bis 1653 gänzlich verödet; ab 1655 siedelte Kurfürst Karl Ludwig in zwei Wellen vor allem Schweizer, aber auch Schwaben, Bayern und Tiroler neu an.
An der Kreuzung Hauptstraße-Walldorfer Straße stand bis 1981 das barocke Nepomuk-Denkmal von 1757, das an den heiligen Johannes von Nepomuk und seine Auseinandersetzung mit König Wenzel IV. von Prag erinnert; seither steht es 100 Meter weiter südlich im heutigen Nepomuk Park. Seit 1899 wird in Nußloch hochwertiger Muschelkalk abgebaut, der ab 1918 über eine rund fünf Kilometer lange Materialseilbahn – seinerzeit die längste Transportseilbahn Deutschlands – zum Zementwerk nach Leimen gelangte; der stillgelegte Teil des Steinbruchs dient heute unter anderem dem Uhu als Brutgebiet.
Auf den 13,5 km² der Postleitzahl zählt der Zensus 11.347 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 838 je Quadratkilometer. Nußloch liegt an zwei touristischen Straßen im Süden der Region, der Bergstraße und der badischen Weinstraße, und grenzt an Leimen, Wiesloch und Walldorf.