Über die Postleitzahl 69181
Sieben Kilometer südlich von Heidelberg liegt Leimen, dessen heutige Gestalt erst die Gebietsreform der 1970er Jahre schuf: Leimen-Mitte bildet zusammen mit den eingemeindeten Orten Gauangelloch, St. Ilgen, Ochsenbach und dem kleinen Lingental die Postleitzahl 69181. Der Name des Hauptorts, 791 im Lorscher Codex erstmals als Leimheim erwähnt, geht vermutlich auf den lehmigen Boden zurück, den frühere Neckarüberschwemmungen hier ablagerten. 1674 wurde Leimen im Holländischen Krieg teilweise, 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg vollständig niedergebrannt; vom Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung blieb nur der Franzosenturm aus dem 14. Jahrhundert erhalten. Seit 1896 prägt das Portland-Zementwerk am Stadtausgang Richtung Heidelberg als einer der größten Arbeitgeber die Stadt, seit 1981 trägt Leimen Stadtrechte, seit 1992 ist es Große Kreisstadt.
In Gauangelloch fand sich in den 1970er Jahren im Gewann „Insel“ ein jungsteinzeitliches Kultbeil aus Jadeit; urkundlich erscheint der Ort, damals Angelach genannt, in einer auf das Jahr 1016 zurückdatierten, tatsächlich aber wohl erst im 12. Jahrhundert verfassten Urkunde des Bistums Worms. Der Ortsname setzt sich aus dem Wort für Fischangel und einem alten Wort für fließendes Wasser zusammen. St. Ilgen, seit einer Klostergründung im 12. Jahrhundert nach dem heiligen Ägidius benannt, fiel 1462 im Vorfeld der Schlacht bei Seckenheim einem Brand zum Opfer, den allein die Klosterkirche überstand – und galt danach lange als einer der ärmsten Orte des Umlands, aus dem im 19. Jahrhundert viele nach Nordamerika oder Australien auswanderten.
Auf den 18,3 km² der Postleitzahl zählt der Zensus 26.808 Einwohnerinnen und Einwohner, das entspricht 1.466 je Quadratkilometer. Leimen grenzt an die Heidelberger Stadtteile Kirchheim und Rohrbach sowie an die Gemeinden Nußloch und Gaiberg.