Über die Postleitzahl 72810
Im Tal der Wiesaz, rund elf Kilometer südwestlich von Reutlingen und zehn Kilometer südlich von Tübingen, liegt Gomaringen mit seinem Ortsteil Stockach; beide zusammen bilden fast die gesamte PLZ 72810, ergänzt durch einen schmalen Rand der Nachbargemeinde Dußlingen.
Der Name Gomaringen erscheint 1191 erstmals in der Chronik des Berthold von Zwiefalten. Aus dem Adelsgeschlecht der Herren von Gomaringen gingen im 14. Jahrhundert zwei Äbte des Klosters Bebenhausen hervor. Nach mehreren Besitzerwechseln – unter anderem an die Remp von Pfullingen und das Reutlinger Spital – musste dieses den Ort 1648 wegen hoher Kriegslasten an das Herzogtum Württemberg verkaufen. Von 1837 bis 1841 wirkte der Schriftsteller Gustav Schwab als Pfarrer in Gomaringen und verfasste dort seine Sagen des klassischen Altertums sowie eine Schiller-Biografie; an ihn erinnert heute ein Museum im Gomaringer Schloss. 1902 erhielt der Ort über die private Gönninger Bahn Anschluss an das württembergische Eisenbahnnetz, die Strecke wurde 1982 stillgelegt.
Stockach, seit 1229 als Flurname „Stokka“ bezeugt, war lange eigenständig und kam erst 1973 zu Gomaringen. In seiner Nähe liegt eine Gruppe hallstattzeitlicher Grabhügel aus dem 8. bis 7. Jahrhundert vor Christus; einer davon wurde 1938 bei Wegebauarbeiten entdeckt, seine Grabstele steht im Original heute im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart.
Auf 17,2 km² leben 9.052 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 525 je Quadratkilometer. Die Nachbarschaft reicht bis Dußlingen, Nehren, Mössingen und Kusterdingen.