Über die Postleitzahl 73575
Leinzell ist mit gut zwei Quadratkilometern eine der kleinsten Gemeinden im Ostalbkreis und bildet den weit überwiegenden Teil der gleichnamigen Postleitzahl. Der Ort liegt in 400 bis 460 Metern Höhe am gleichnamigen Flüsschen Lein, das weiter nordöstlich in den Kocher mündet, rund zehn Kilometer von Schwäbisch Gmünd entfernt.
Als „Cella“ wird der Ort 1259 erstmals urkundlich genannt, spätere Schreibweisen lauten Zell an der Lyn und Lynzelle. Die Dorfherrschaft wechselte über Jahrhunderte zwischen mehreren Adelsfamilien, von den Gmünder Talern über die von Westerstetten, von Horkheim, von Ursenbeck und von Fauber, bis 1636 mitten im Dreißigjährigen Krieg die Familie von Lang belehnt wurde, die Leinzell danach rund 170 Jahre lang prägte. Erst 1842 wurden die Frondienste der Leinzeller Bürger vertraglich abgelöst, die letzte Rate dafür erhielt der Freiherr von Lang 1874.
Eine ältere Wehranlage, die im Dreißigjährigen Krieg in Trümmer gelegt worden war, ersetzte die Familie Lang um 1650 durch das Leinzeller Schloss, das über Generationen in ihrem Besitz blieb. Erst 1990 wurde es verkauft; ein geplanter Umbau zum Hotel scheiterte am Denkmalschutz, später diente das Gebäude zeitweise als Wohnheim, ehe es renoviert wurde. 1810 war Leinzell eine selbständige Kommune geworden, 1938 kam der Ort zum Landkreis Schwäbisch Gmünd, 1973 zum neuen Ostalbkreis.
2.032 Menschen leben auf 2,1 km², das ergibt eine Dichte von 963 je Quadratkilometer. Leinzell grenzt unter anderem an Göggingen und Iggingen.