Über die Postleitzahl 75056
Sulzfeld bildet als eigenständige Gemeinde im Landkreis Karlsruhe, ohne Anschluss an eine Verwaltungsgemeinschaft, fast die gesamte gleichnamige Postleitzahl. Der Ort liegt am Übergang vom östlichen Kraichgau zum westlichen Stromberg, zwischen Schwarzwald und Odenwald sowie Rhein und Neckar; der Kohlbach durchfließt die Gemarkung und entwässert über den Kraichbach zum Rhein.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1075 im Hirsauer Codex. Seine weitere Geschichte ist eng mit der oberhalb gelegenen Ravensburg und dem Adelsgeschlecht der Göler von Ravensburg verknüpft. Als die protestantische Seite den Schmalkaldischen Krieg verlor, zogen spanische Söldner plündernd durch den Ort, und auch im Dreißigjährigen Krieg wurde er wiederholt in Mitleidenschaft gezogen. 1801 gründete eine Gruppe Sulzfelder Auswanderer östlich der damals südpreußischen Stadt Łódź ein Dorf namens Neu-Sulzfeld, das heute unter dem Namen Nowosolna Teil dieser polnischen Großstadt ist.
Der begehbare Bergfried der Ravensburg aus dem 13. Jahrhundert bietet einen Ausblick über das Kraichgauer Hügelland. Im Ort selbst zeugen der Amalienhof, das frühere Rentamt und die evangelische Kirche mit der Grablege der Göler von der herrschaftlichen Vergangenheit, während das alte Schulhaus von 1896 heute als Bürgerhaus mit Heimatmuseum dient. Rund um Sulzfeld liegen ausgedehnte Weinberge; mit einer Rebfläche von rund hundert Hektar zählt die Gemeinde zu den größten Weinbaugemeinden Nordbadens und baut ungewöhnlicherweise die eher württembergischen Sorten Trollinger und Lemberger an. Zu den ansässigen Betrieben gehört der Hersteller Blanco mit Reglern und Heizplatten für Küchen.
Über die Kraichgaubahn ist Sulzfeld mit der Stadtbahnlinie S4 an Karlsruhe und Heilbronn angebunden, außerdem verläuft die Bundesstraße 293 durch die Gemeinde. Auf 18,7 km² kommen 4.956 Einwohnerinnen und Einwohner, das sind 265 je Quadratkilometer. Nachbarorte sind Zaberfeld, Eppingen, Kürnbach und Zaisenhausen.