Über die Postleitzahl 76229
Am östlichen Rand von Karlsruhe liegt der Stadtteil Grötzingen, der gut vier Fünftel der Postleitzahl 76229 ausmacht; hinzu kommt ein Teil von Hagsfeld im Norden.
Grötzingen wurde 1974 nach Karlsruhe eingemeindet. Der Ort erscheint erstmals 985 unter dem Namen Grezingen, benannt nach dem Sippenältesten Grezzo, im Zusammenhang mit dem sogenannten Salischen Kirchenraub, bei dem er dem Kloster Weißenburg im Elsass verlorenging. So kam Grötzingen über die Salier im 12. Jahrhundert an das Adelsgeschlecht der Staufer, auf dessen Gemarkung damals auch Durlach gegründet wurde. Die Ortskirche mit ihrer markanten gedrehten Turmspitze ist seit 1255 belegt, das Rathaus im Mittelviertel wurde 1584 erbaut und erhielt 1688 seine heutige Form. Die Markgräfin Auguste-Maria von Baden-Durlach gab dem Ortsschloss Augustenburg ihren Namen. Noch 1936 gab es in Grötzingen eine kleine jüdische Gemeinschaft, die während der Novemberpogrome 1938 Gewalt erfuhr.
Der angrenzende Teil von Hagsfeld wurde 991 erstmals als Habachesfelt erwähnt; der Name soll auf eine Gründung inmitten eines mit Habachen – wahrscheinlich Bäumen – bestandenen Feldes zurückgehen. Der Dreißigjährige Krieg hatte die Bevölkerung des Ortes drastisch dezimiert, doch bis zum Ersten Weltkrieg wuchs Hagsfeld wieder zu einer ansehnlichen Gemeinde heran. Bei einem Luftangriff im April 1944 luden fehlgeleitete britische Flugzeuge ihre eigentlich für den Karlsruher Bahnhof bestimmten Bomben über Hagsfeld ab, wodurch der Ort zum größten Teil zerstört wurde.
9.276 Einwohnerinnen und Einwohner leben hier auf 13,8 km², das sind 674 je Quadratkilometer. Nachbar-Postleitzahlen liegen in Stutensee, Pfinztal und Weingarten.