Über die Postleitzahl 76327
Pfinztal östlich von Karlsruhe ist die einwohnerstärkste Gemeinde Baden-Württembergs ohne Stadtrecht. Sie entstand 1974 durch den Zusammenschluss der vier bis dahin eigenständigen Orte Berghausen, Kleinsteinbach, Söllingen und Wöschbach, die zusammen die Postleitzahl 76327 bilden.
Berghausen, der älteste und bevölkerungsreichste Ortsteil, taucht bereits 771 in einer Urkunde auf, die eine Schenkung an das Kloster Lorsch dokumentiert – nach Bretten der zweitälteste Nachweis im Landkreis Karlsruhe; am Ortsrand fanden sich römische Gräber mit Terra Sigillata aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Söllingen, seit 1085 belegt und Sitz der Gemeindeverwaltung, erhielt 1867 mit dem Bau der Bahnlinie Karlsruhe–Pforzheim einen eigenen Bahnhof; nach dem Zweiten Weltkrieg fanden hier rund 800 Heimatvertriebene eine neue Bleibe.
Wöschbach wurde 1297 als „Wesebach“ erstmals erwähnt und blieb, anders als die meisten Nachbarorte unter badisch-durlachischer Herrschaft, wegen seiner Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer katholisch. Kleinsteinbach, der kleinste Ortsteil, erscheint 1328 erstmals als „Niedern Steinbach“ und war lange Lehen der Herren von Remchingen.
Die Route der ersten automobilen Fernfahrt von Bertha Benz aus dem Jahr 1888 führt heute als Gedenkstrecke durch die Gemeinde, und in Berghausen hat das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie seinen Sitz. 18.171 Einwohnerinnen und Einwohner leben auf 31,1 km², das sind 584 je Quadratkilometer. Nachbar-Postleitzahlen liegen in Karlsruhe und Weingarten.