Über die Postleitzahl 77871
Wo das Renchtal in die Oberrheinische Tiefebene übergeht, liegt die kleine Stadt Renchen mit ihren Ortsteilen Ulm und Erlach, die zusammen die Postleitzahl 77871 bilden. Renchen wurde 1115 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt 1326 das Stadtrecht, verlor es aber durch die Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs wieder. Erst 1950 wurden der Stadt die Stadtrechte zum dritten Mal verliehen, 2015 feierte sie ihr 900-jähriges Jubiläum.
Der Ortsteil Ulm gehört zu den ältesten Siedlungen der Gegend und wurde 1070 erstmals als Ulmena erwähnt; hier richtete der Straßburger Bischof seine erste Verwaltung im Renchtal ein, samt eigenem Gericht für mehrere umliegende Orte. Die zugehörige Ullenburg als Sitz des bischöflichen Vogtes wurde 1785 auf Befehl des letzten Straßburger Fürstbischofs abgebrochen. Erlach entstand vermutlich schon zwischen 500 und 700 nach Christus unter fränkischer Herrschaft aus drei Höfen und belegte 2006 den zweiten Platz beim Landeswettbewerb um die dörfliche Verschönerung. In der Stadt selbst widmet sich das bundesweit einzige rezeptionsgeschichtliche Literaturmuseum, das Simplicissimus-Haus, dem Werk des Barockschriftstellers Grimmelshausen, nach dem auch ein gemeinsam mit Gelnhausen vergebener Literaturpreis benannt ist.
Die Postleitzahl 77871 umfasst 27,5 km² mit 7.460 Einwohnerinnen und Einwohnern, das ergibt 272 je Quadratkilometer. Über die Bahnstrecke Mannheim–Basel ist Renchen an das Netz der Deutschen Bahn angebunden, Nachbarn sind unter anderem Oberkirch, Achern und Rheinau.