Über die Postleitzahl 77876
Der Weinort Kappelrodeck liegt dort, wo der Nordschwarzwald in die Vorbergzone des Oberrheingrabens übergeht, der zusammen mit seinem Rotweindorf Waldulm fast die gesamte Postleitzahl 77876 bildet; ein kleiner Anteil gehört bereits zur Stadt Oberkirch. Namensgebend war eine kleine, dem Heiligen Nikolaus geweihte Kapelle, die schon im 11. Jahrhundert nahe der Acherbrücke stand – an ihrer Stelle erhebt sich heute die neugotische Pfarrkirche St. Nikolaus.
Erstmals 1349 als „A Capelle apud Rodecke“ urkundlich erwähnt, wechselte der Ort 1316 vom Ortenauer Reichsland in die Herrschaft des Straßburger Fürstbischofs. Durch die Enge des Tals entstanden mit der Zeit mehrere Aussiedlerhöfe wie Bernhardshöfe und Iberg. Das Schloss Rodeck aus dem 13. Jahrhundert wurde 1879 im Stil der Neorenaissance umgebaut und geht auf die Herren von Röder zurück. Als Weinbauort brachte Kappelrodeck mit Gisela Zeferer 1968/69 eine Trägerin der Krone der badischen Weinkönigin hervor, entlang des Tals haben sich zudem zahlreiche Obstbrennereien angesiedelt. Bis heute ist im Ort eine der letzten regelmäßig genutzten Ortsrufanlagen Deutschlands in Betrieb, die in der Mundart „Dorfbrätsch“ genannt wird. Waldulm selbst wurde bereits 1244 erstmals erwähnt, sein Kirchspielspruch von 1507 regelte über Jahrhunderte das dörfliche Zusammenleben.
Die Postleitzahl 77876 umfasst 18,2 km² mit 6.184 Einwohnerinnen und Einwohnern, das entspricht 339 je Quadratkilometer. Die Achertalbahn verbindet den Ort mit Achern und Ottenhöfen, Nachbarn sind unter anderem Renchen, Lautenbach und Sasbachwalden.