Über die Postleitzahl 86424
Im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder liegt der Markt Dinkelscherben, der auf einer Waldrodung des 11. Jahrhunderts entstand und 1162 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Vom 15. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 gehörte er dem Augsburger Domkapitel, das den zentral gelegenen Ort mit seiner Burg Zusameck in dieser Zeit zum Mittelpunkt der Region machte; 1514 verlieh Kaiser Maximilian I. das Marktrecht. Die zehn Gemeindeteile in der Landschaft Reischenau, darunter Anried, Breitenbronn, Ettelried, Fleinhausen, Grünenbaindt, Häder, Oberschöneberg und Ried, wurden erst mit der Gebietsreform der 1970er Jahre eingegliedert. Ein kleiner Teil der Postleitzahl 86424 entfällt zudem auf das gemeindefreie, vollständig bewaldete Gebiet Schmellerforst.
Das Ortsbild prägt die 1507 errichtete, später barockisierte Pfarrkirche St. Anna sowie das 1604 gegründete Spital, das 2019 durch das Engagement der Bevölkerung vor der Schließung bewahrt wurde. Das Heimatmuseum Reischenau beherbergt mit der Scherer-Galerie die weltweit einzige Sammlung zum Nachlass der Malerbrüder Scherer aus Ettelried. Im Juni 2024 richtete ein Hochwasser in der südlichen Ortshälfte großen Schaden an, mit rund 150 vollgelaufenen Kellern; hunderte freiwillige Helfer waren tagelang mit den Aufräumarbeiten beschäftigt.
Auf 70,8 km² zählt die Postleitzahl 6.573 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt 93 je km². Dinkelscherben liegt am Bahnhof der Linien RE 9 und RB 86 und grenzt an Zusmarshausen, Ziemetshausen und Horgau.