Über die Postleitzahl 89293
Kellmünz an der Iller ist ein Markt im Landkreis Neu-Ulm in Bayern und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Altenstadt; eine Gliederung in weitere Gemeindeteile kennt der Markt nicht.
Sein ungewöhnlicher Name verweist auf eine vorgermanische Vergangenheit und leitet sich von Caelius Mons, dem „Himmelsberg“, ab: Als die Römer nach der Eroberung des Alpenvorlands um 15 v. Chr. die Provinz Raetia einrichteten, formten Legionäre einen ursprünglich keltischen Ortsnamen zu diesem lateinischen Begriff um, wohl nach dem Vorbild eines der sieben Hügel Roms, der ebenfalls Caelius hieß. Nachdem die Alemannen den Limes überrannt hatten, entstand um das Jahr 300 auf dem Berg eines der bedeutendsten Kastelle zur Sicherung des Hinterlands: eine 100 mal 100 Meter große, turmbewehrte Steinmauer umschloss eine Garnison von rund 300 Mann. An der Stelle der heutigen Kirche stand einst ein ähnlich großer römischer Saalbau mit Apsis und Säulenhalle, der freilich nach Süden statt wie die Kirche nach Osten ausgerichtet war und wohl Verwaltung, Rechtsprechung und Kult diente. Die mittelalterliche Burg gehörte bis zum Tod des Pfalzgrafen Gottfried I. von Tübingen 1316 dessen Geschlecht, danach erbte sie seine Tochter Agnes, verheiratet mit dem älteren Ulrich von Rechberg.
Sichtbare Spuren des Dreißigjährigen Kriegs und die katholische Pfarrkirche St. Martin prägen den Ort heute. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Neu-Ulm–Kempten, wo früher auch eine Zweigstrecke nach Babenhausen abzweigte; jenseits der Iller verläuft rund anderthalb Kilometer westlich die Autobahn A7, und durch den Ort führt der Iller-Radweg von Oberstdorf nach Ulm.
In Oberschwaben an der Iller gelegen, liegt der Markt ungefähr in der Mitte zwischen Illertissen und Memmingen. Auf 8,5 km² kommen 1.568 Einwohnerinnen und Einwohner, das ergibt eine Dichte von 184 je Quadratkilometer. Nachbarplätze sind Pleß, Dettingen an der Iller, Kirchberg an der Iller, Altenstadt und Osterberg; die Vorwahl lautet 08337.