Über die Postleitzahl 94372
Im Kinsachtal zwischen Pilgramsberg und Gallnerberg liegt das Pfarrdorf Rattiszell, Sitz der Gemeindeverwaltung und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Stallwang im Landkreis Straubing-Bogen. Die Gemeinde mit der Postleitzahl 94372 ist über Jahrzehnte durch mehrere Eingemeindungen gewachsen: 1927 kam Herrnfehlburg hinzu, 1978 schließlich Haunkenzell mit den Orten Eggerszell, Pilgramsberg und Maiszell, die zuvor schon mehrfach die Gemeinde gewechselt hatten.
Rattiszell selbst war einst eine geschlossene Hofmark der Herren von Buchstätt. Haunkenzell, 1184 erstmals erwähnt, entstand vermutlich als Rodungssiedlung der Grafen von Bogen, seine Hofmark geht auf das Jahr 1311 zurück, als das Kloster Oberaltaich dort begütert war. Auf dem Pilgramsberg, urkundlich bereits 1150 als „Pilgrimerperch“ genannt, steht die Wallfahrtskirche St. Ursula: Seit 1842 pilgern Gläubige aus Wörth und Kiefenholz dorthin, nachdem dort einer Überlieferung nach ein nach einer Impfung erblindeter Junge sein Augenlicht zurückerhalten haben soll. Die Pfarrkirche St. Benedikt in Rattiszell wurde 1697 auf einem spätmittelalterlichen Turm neu errichtet und bewahrt eine geschnitzte Marienstatue von 1500.
Auf 22,1 km² leben 1.489 Menschen, das entspricht 67 Einwohnern je Quadratkilometer. Die Bundesstraße 20 verläuft westlich des Hauptorts, zur Autobahn A3 sind es knapp zehn Kilometer. Nachbarorte sind unter anderem Konzell, Haselbach und Stallwang.