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Spiegelau im Landkreis Freyung-Grafenau verdankt seine Entstehung der Glasindustrie: 1521 wird die Glashütte erstmals urkundlich erwähnt, ihr Standort wechselte im Lauf der Jahrhunderte zwischen Ochsenkopf, Althütte, Neuhütte und dem heutigen Hauptort. Der zugehörige Glashüttenhof mit Landwirtschaft stand bis zu seiner Auflösung 1832 im Gemeindeteil Klingenbrunn.
Die katholische Kirche St. Johannes der Täufer wurde 1916 nach zweijähriger Bauzeit geweiht, die evangelische Martin-Luther-Kirche bereits 1901 – errichtet von zugezogenen Unternehmern und Angestellten aus Sachsen und Oberfranken. Die touristische Glasstraße nach Passau eröffnete 1997 der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl vor Ort in Spiegelau. Die Kristallglasfabrik selbst stellte 2008 die Produktion ein, seither leben Ort und Umgebung überwiegend vom Tourismus rund um den benachbarten Nationalpark Bayerischer Wald. Alle zwei Jahre erinnert das Pandurenfest an einen Überfall plündernder Truppen im Österreichischen Erbfolgekrieg.
Spiegelau zählt 3.749 Einwohnerinnen und Einwohner auf 47,0 km², das ergibt 80 je Quadratkilometer. Seit 2014 gehört auch der frühere gemeindefreie Klingenbrunner Wald zum Gemeindegebiet. Nachbarorte sind unter anderem Grafenau und Schönberg, die Vorwahl lautet 08553.